Petritor in Rostock (27.+28. Mai 1960 gesprengt und abgerissen)

Petritor in Rostock (27.+28. Mai 1960 gesprengt und abgerissen)

Lehmhügel
Das Petritor (St. Petersthor, Porta Sancti Petri) war eines der vier Haupttore der Stadt. Errichtet wurde es sehr wahrscheinlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts. In seinem Aussehen und in seiner Größe ähnelte es dem Kuhtor. Das Petritor befand sich im Osten, am Fuße der steilen Anhöhe, auf der die erste Rostocker Siedlung um die Petrikirche gegründet wurde. Vom Petritor gelangte man über den Petridamm auf die Handelsstraße Richtung Stralsund. Bei einem Umbau 1720 erhielt es ein Pyramidendach und 1935/36 wurde der nachträglich angebrachte Putz bei umfangreichen Instandsetzungsarbeiten entfernt. Die Petribrücke vor dem Tor führte bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts über den alten Warnowarm, einem kleinen Nebenarm der Warnow. Dieser wurde jedoch zugeschüttet, um bauliche Maßnahmen im Straßenbau in diesem Bereich verwirklichen zu können. Das Tor wurde durch das Bombardement im Zweiten Weltkrieg in der Nacht vom 23.–24. April 1942 durch Ausbrennen stark beschädigt, jedoch mit erhaltenen Umfassungsmauern nicht völlig zerstört. Der Abriss des Petritores am 27. Mai 1960 wurde über Nacht begonnen, um Protesten vorzubeugen. Es wurde gesprengt und die Trümmer innerhalb eines Tages abtransportiert. Als Grund dafür wurde angegeben, das Petritor habe ein gefährliches Verkehrshindernis am Ausgang der Slüterstraße dargestellt, da sich dort der motorisierte Verkehr und die Straßenbahn kreuzten. Soll noch im städtebaulichen Rahmenplan von 1998 der Wiederaufbau vorgesehen gewesen sein, fand lange nichts in dieser Richtung statt. Allerdings gibt es heute einige Bemühungen, einen Wiederaufbau des Tors zu ermöglichen. Dabei involviert ist unter anderem der Verein für Rostocker Geschichte. 2006 wurde dann im Rahmen der Sanierung der nordöstlichen Stadtmauer ein 14 Meter langes Stück der Mauer bis an die Slüterstraße ergänzt, was sich allerdings in der Farbe der Steine unterscheidet. Die offizielle Begründung dafür ist, dass die nachträgliche Ergänzung sichtbar gemacht werden sollte. Mit der Renovierung dieses historischen Torbereichs begannen auch wieder die Diskussionen um die Errichtung eines neuen Tores. Eine Rekonstruktion des historischen Tores scheint dabei derzeit nicht in Frage zu kommen, da die Zufahrt vor allem für die Feuerwehr in die Stadt an dieser Stelle gewährleistet bleiben soll. https://de.wikipedia.org/wiki/Rostocker_Stadtbefestigung #13Jahrhundert #Abriss #Altstadt #Backstein #Brickstone #Citygate #DDR #Deutschland #Germany #Gotik #Hansestadt #historisch #MecklenburgVorpommern #Petri #Rostock #Sprengung #Stadttor #Tyskland #Wiederaufbau
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